Stress ist kein „Erwachsenen-Phänomen“.  Immer mehr Kinder und Jugendliche stehen enorm unter Druck

– und der fängt schon in der Grundschule an. Dieser Artikel soll euch helfen, die Schulzeit als Familie zu meistern und durch sinnvolle Maßnahmen das bestmögliche Ergebnis zu erreichen.

Stressfaktor Schule – die Studien:

Fast ein Drittel der befragten sieben- bis neunjährigen Schulkinder gab in einer Studie des Kinderschutzbundes an, dass sie sich von der Schule gestresst fühlen und mehr Zeit zum Erholen bräuchten. In anderen Untersuchungen wurde festgestellt, dass jeder zweite Schüler unter den Leistungsanforderungen der Schule und den Erwartungen von Eltern und Lehrern leidet.

Besonders Mädchen sind  einer DAK-Studie zufolge von Schulstress betroffen: 40 Prozent von ihnen  leiden mehrmals pro Woche unter psychosomatischen Beschwerden.

Gründe für Schulstress in Kürze:

  • Leistungsdruck durch Eltern und Lehrer
  • Neigungen, Interessen und Talente
  • ungerechte Beurteilung
  • Probleme im sozialen Klassengefüge
  • Gewalt und Mobbing
  • zu viele Freizeitverpflichtungen
  • interfamiliäre Probleme wie Arbeitslosigkeit, Streit, usw.

Das Auseinandersetzen mit einem oder mehreren dieser  Faktoren kann auf Dauer dazu führen, dass sich Schulkinder körperlich ständig in Alarmbereitschaft befinden und Stresssymptome zeigen. Je jünger das Kind, desto weniger kann es Signale  selbst deuten und daher keine geeigneten Strategien gegen den Stress entwickeln.

Häufige Folgen von Schulstress:

  • Schlafstörungen, anhaltende Müdigkeit, Erschöpfung
  • Migräne, Bauchschmerzen
  • Aggression, schlechte Laune
  • Nervosität, Konzentrationsschwierigkeiten
  • das Kind ist überdreht oder traurig, oft abwechselnd
  • Essstörungen

Je nach individuellen Charaktereigenschaften der Kinder können sich einzelne Symptome auf verschiedene Weise äußern. So kann eine Essstörung sowohl darin bestehen zu wenig, als auch zu viel zu Essen. Aggression kann sowohl körperlich als auch verbal ausgelebt werden. Nervöse Kinder können hibbelig sein, aber auch Ticks wie Zwinkern oder Stottern entwickeln…

Wichtig: Beobachte dein Kind über einen angemessen langen Zeitraum, versuche mit ihm über deine Beobachtungen zu sprechen, zeige Verständnis und versucht, eine gemeinsame Strategie zu entwickeln.

Strategien zur Stressbewältigung:

Stress in der Freizeit vermeiden

Schon Pippi Langstrumpf hat uns erklärt:

Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen

Viele Kinder und Jugendliche haben einen längeren Arbeitstag als Erwachsene. Nach dem Mittagessen heißt es: Hausübung machen und für Tests und Schularbeiten lernen! Dann noch Sportverein, Musikunterricht oder anderen Freizeit-Verpflichtungen. Da bleibt für die Schüler kaum noch Zeit,  sich auszuruhen.

Schon eine freie Stunde täglich kann Wunder wirken! Aber grundsätzlich gilt: je mehr Zeit für freies Spielen und Toben, Ruhen und Träumen, desto besser! Freizeit fördert die Kreativität und gibt dem Kind die Möglichkeit Dinge zu tun, die seinen Neigungen und Talenten entsprechen.

Zeit für Gespräche und Zärtlichkeiten

Versucht doch täglich etwas Kuschel- und Plauderzeit frei zu halten. Das stärkt eure Eltern-Kind-Beziehung und schafft einen sicheren Rahmen, in dem dein Kind sich dir mit seinen Ängsten und Problemen anvertrauen kann.

Ausreichend Schlaf

So einfach und doch so wichtig. Nur ein ausgeruhtes Kind ist in der Schule aufnahmefähig.

Verständnis zeigen und eigene Erwartungen hinterfragen

Jeder ist ein Genie!
Aber wenn Du einen Fisch danach beurteilst,
ob er auf einen Baum klettern kann,
wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist.

Albert Einstein

Erkenne und akzeptiere Stärken und Schwächen deines Kindes. Das Setzen von unerreichbaren Zielen schürt Ängste und blockiert die Lernfreude.

Nachhilfe in Anspruch nehmen

Das Lernen mit familienfremden Personen kann das Stresslevel in der Familie stark reduzieren und den Fokus im Familienleben auf soziale Kompetenzen setzen.

Effektiv arbeiten

Erstellt einen Lernplan. Das könnte so aussehen:

Montag: Mathematik

Dienstag: Bio/Geografie

Mittwoch: Deutsch

Donnerstag: Englisch

Das tägliche Einplanen von 30 bis 50 Minuten Lernphase  hilft deinem Kind „up to date“ zu bleiben und kann anstrengendes Lernen in letzter Minute vermeiden. Vergesst aber nicht, nach der Hausübung etwas Freizeit einzuplanen.

Erfolge anerkennen

Wer kennt es nicht aus seiner eigenen Schulzeit? Jede schlechte Note in Mathematik wurde bekrittelt, beredet und oft auch ein bisschen dramatisiert, aber die zehnte Eins in Deutsch war kaum noch der Rede wert…

Wir leben in einer leistungsorientierten Gesellschaft und neigen dazu, Fehler zu betonen während wir Erfolge als selbstverständlich hinnehmen. Dein Kind braucht Lob! Freu dich mit ihm über jeden auch noch so kleinen Erfolg.

Nehmt die Sache nicht so ernst 😉

Natürlich, Schulbildung ist wichtig, aber das Selbstbewusstsein deines Kindes ist wichtiger. Manchmal reicht es auch, einfach nur durchs Jahr zu kommen. Und sollte das Wiederholen eines Schuljahres nötig sein, geht die Welt nicht unter. Immer vor Augen halten: physische und psychische Gesundheit sind das höchste Gut, schöne Noten nur die Beigabe. Einstein hat Gerüchten zufolge ausgerechnet wegen einer fünf  in Mathematik eine Klasse wiederholen müssen.

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